Palmen zum Auspflanzen PDF Drucken E-Mail
Palmen zum Auspflanzen Palmen zum Auspflanzen Palmen zum Auspflanzen

Ausführungen zur Kultivierung von Hanfpalmen in der Nordschweiz


Diese Ausführung über Palmen basieren auf unseren neusten Erkenntnissen. (Jan. 2006)

Da in den letzten Jahren die Hanfpalme zur allgemeinen Trendpflanze geworden ist, haben sich auch die Ansprüche an diese stark verändert. Früher war es eine Sensation, dass Palmen in unseren Breitengraden im Freien existieren können. Heute ist der Anspruch an die Palme so gross, dass Blattschäden an Palmen nicht mehr toleriert werden. Dies hat uns dazu bewogen, unsere früheren Richtlinien für Palmenkulturen auf Nummer sicher anzupassen.

Die winterhärteste und somit geeignetste Palme ist Trachycarpus fortunei, auch Hanf-Palme oder Tessiner-Palme genannt. Sie stammt ursprünglich aus Süd-China und dem Himalaja, wo sie heute noch in höheren Lagen vorkommt. Seit über 160 Jahren wird sie in Europa kultiviert und ist sogar im Tessin heimisch geworden.


Das Klima in vielen Teilen der Nordschweiz eignet sich für diese Palmenart.
Als Standort wählt man geschützte Lagen, wo die Wintertemperaturen nicht ins unendliche sinken. Südhänge wie auch Orte an Seen sind für das Auspflanzen ideal. Typische Weinbauregionen sind ebenfalls problemlos.
An Standorten mit stark sinkenden Temperaturen muss je nach Winter mit Schäden an den Blättern gerechnet werden, welche sich jedoch in der Regel bis zum Sommer selber regenerieren. Bei extremen Wintern und ohne Winterschutz können Palmen an ungeeignetem Standort allerdings so stark geschädigt werden, dass sie absterben.
Da unsere Winter sehr unterschiedlich sind, empfehlen wir vor dem Pflanzen einer Palme einen entsprechenden Winterschutz anzubringen. Welcher Winterschutz am jeweiligen Standort geeignet ist, erläutern wir Ihnen gerne vor Ort.

Standortansprüche:
Hanf-Palmen benötigen unbedingt einen durchlässigen, lockeren Boden und einen guten Wasserabzug. Der ideale pH-Wert ist neutral bis leicht sauer. Der Pflanzenstandort sollte möglichst windgeschützt sein. Unter diesen Voraussetzungen sind sie sehr winterhart (ca. -15°C).
Als ungünstig erweisen sich schwere, lehmhaltige Böden und die bei nicht fachgerechter Pflanzung auftretende Staunässe. Staunässe bedeutet allgemein den Tod der meisten mediterranen Pflanzen! Palmen, welche während des Winters „erfroren“ sind, sind meistens nicht wegen der Kälte abgestorben, sondern weil ihre Wurzeln zu wenig Sauerstoff erhalten haben und somit im übernässten Boden erstickt sind.

Bodenvorbereitung:
Die Bodenvorbereitung für eine mediterrane Pflanzung verlangt gute Fachkenntnisse und sorgfältige Ausführung. Der Wasserabzug (Dränage) muss auf jeden Fall gewährleistet sein. Der vorhandene, lehmige Boden wird mit speziellem, kalkfreiem Sand aufgemischt, bis das Verhältnis von Wasserrückhaltevermögen und Wasserdurchlässigkeit übereinstimmt. Besser als das ungenaue Aufmischen des Bodens, ist es, die örtlich vorhandene, lehmhaltige Erde zu entfernen und sie durch unser speziell auf mediterrane Pflanzen abgestimmtes Substrat „Mediterra“ zu ersetzen.

Frostschäden:
Während lang andauernder Frostperioden können Hanfpalmen schon bei weniger tiefen Temperaturen Schäden an Blättern erleiden. Tiefe Temperaturen sind nicht allein die Ursache für die Schäden, sondern es ist meist das Zusammenspiel von über Wochen anhaltendem Dauerfrost, der bis in tiefe Schichten durchgefrorene Boden, die extrem trockenen Luft sowie der Eigenschaft der Palme, im Winter mit ihren immergrünen Blättern weiter zu wachsen. Der Boden gibt in gefrorenen Zustand der Pflanze kein Wasser mehr frei. Die Palme benötigt jedoch immer Wasser. Erfahrungsgemäss sind kurze tiefe Temperaturen weniger schädlich als lang anhaltender Frost.

Einwinterung der Palmen an weniger geeigneten Standorten:

Winterschutz- Massnahmen sind nur bei ungünstigen Standorten sinnvoll. Nicht jede Art von Winterschutz ist geeignet. Wir sind überzeugt, dass in vielen Fällen der angebrachte Winterschutz zu Schäden an der Palme geführt hat. (vermehrter Schädlings- und Pilzbefall, Lichtmangel und Überhitzung.)
Erfolgreiche Erfahrungen sammelten wir, indem wir die Wurzeln der Palmen mit genügend hoher Mulchschicht abdeckten.. Dies bewirkt, dass der Boden weniger oder gar nicht durchfrieren kann. In manchen Orten ist es jedoch sinnvoller, ein Bodenheizkabel im Wurzelbereich einzulegen. Es sind ähnliche Kabel, wie sie bei Dachtraufen oder bei Aussenleitungen für Wasser eingesetzt werden. Sie benötigen ungefähr gleichviel Strom wie eine Glühbirne. An den meisten Orten genügen diese Winterschutzmassnahmen.
Es gibt jedoch einen Grund, dass mancherorts die Palmen unbedingt eingepackt werden müssen, nämlich in extrem kalten Regionen sowie in Höhenlagen. Tiefe Minus-Temperaturen kombiniert mit zügigem Wind können die Blätter und die ganze Palme zum Absterben bringen. Unter solchen Umständen empfehlen wir einen Winterschutz mit Hilfe von Palmenhäuschen. Diese bauen wir in verschiedenen Variationenen, sie sind aber auch als Fertigprodukt erhältlich. Bei Marke „Eigenbau“ bewährt sich eine Holzkonstruktion kombiniert mit weissem Vlies. Die Vliesmatte bremst den Wind, ermöglicht aber dennoch das Zirkulieren der Luft im Innern. Die Blätter sollten nicht zusammengebunden werden, so dass die Palme auch während des Winters ungehindert neue Blätter hervor bringen kann. Gegenüber andersfarbigem Vlies hat das weisse den Vorteil, dass das Licht im Innern des Häuschens immer noch optimal ist. (PS: unter dem Vlies, Plastik oder Schilf ist es genau so kalt wie ausserhalb, jedoch windgeschützt!) Der Vorteil von solchen „Palmenhäuschen“ ist, dass bei extremer Kälte schnell reagiert und die Temperatur mit Hilfe einer Glühbirne oder einer anderen Wärmequelle gesteuert werden kann. Wir verfügen über ein umfangreiches Sortiment von qualitativ und ästhetisch hochwertigen Palmenhäuschen.

Unsere Tipps:
Grundsätzlich empfehlen wir bei jedem Standort, den Wurzelbereich mit einer Mulchschicht oder einem Heizkabel frostfrei zu halten. Bei Palmen, die in gut durchlässigen Böden wachsen und an wintermilden Orten geschützt stehen, reicht es, wenn während des Winters bei lang anhaltendem Schneefall die Blätter abgeschüttelt werden, um Schneebruchschäden zu verhindern.
Für Palmen, die an windexponierten, kalten Lagen wachsen, sind Palmenhäuschen die beste Möglichkeit, um Blattschäden und das Absterben der Palme zu verhindern.

Palmenhäuschen bieten wir in verschiedenen Ausführungen und Preiskategorien an.
Das Zusammenbinden und Einwickeln der Blätter mit Vlies und Jute ist nach unserer Erfahrung nicht zufrieden stellend. Es ist mit einer doch erheblichen Ausfallrate zu rechnen.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Ausführungen Klarheit über die Palmenkultur verschafft zu haben.
 

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